Straßenverkehr in Indien

Der Straßenverkehr in Indien ist mit nichts zu vergleichen – vor allem nicht mit dem Verkehr in Deutschland.

Hier herrscht Linksverkehr, was manche aber nicht allzu genau nehmen.

Geisterfahrer im indischen Straßenverkehr

Was ist im Straßenverkehr in Indien alles unterwegs?

So gut wie alles und jeder!
Zunächst natürlich unzählige Autos, Taxis und Busse. Hinzu kommen in Neu-Delhi Fahrräder, deren Anzahl durch Corona unglaublich in die Höhe geschossen ist.
Das hängt damit zusammen, dass die Metro für mehrere Monate nicht in Betrieb war und die Einwohner auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten sollten. Außerdem waren auch die Fitnessstudios gesperrt und für einige wurde somit das Fahrradfahren zum Ersatzsport.

Ein weiteres Verkehrsmittel sind die berühmten Auto-Rickshaws. Immer mehr siehst du auch Elektro-Rickshaws, die sich äußerst leise durch den Verkehr schlängeln.

Eine Schlage von Auto-Rickshaws von oben
Bunte Auto-Rickshaw

Auch Fahrrad-Rickshaws prägen das Straßenbild. Sie bringen nicht nur Menschen von A nach B, sondern transportieren so gut wie alles, was irgendwie festgeschnallt werden kann.

Fahrrad beladen mit Matratzen
Fahrrad beladen mit Metallrohren
Fahrrad vollbeladen mit Eierkartons

In der Stadt und vor allem auch auf den Highways wirst du viele verschiedene Trucks sehen. Diese sind meist bunt bemalt und mit religiösen Symbolen verziert.

Bunter LKW

Was mich auf den Highways immer wieder zum Staunen bringt, sind die riesigen Transporter, die mit allen möglichen Dingen beladen sind.

Blumenkohl-Transporter
Blumenkohl-Transporter
LKW mit riesengroßer Ladung

Unbedingt erwähnenswert sind auch die unzähligen Scooter, die durch jede noch so kleine Lücke im Straßenverkehr passen. Und auch, wenn eigentlich nur maximal zwei Personen auf einem Roller erlaubt sind, findet oft eine ganze Familie Platz.

Scooter mit indischer Familie

Die Inder transportieren damit nicht nur ihre Angehörigen, sondern die aufregendsten Dinge.

Rollerfahrer mit großem Reifen
Scooter mit Luftballons

Ich bin mir sicher, dass du schon einmal von den Kühen im indischen Straßenverkehr gehört hast. Und ja, es stimmt, selbst in der Metropole Neu-Delhi laufen sie dir ständig über den Weg und machen auch Mal mitten auf der Straße ein Nickerchen.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, warum die indische Kuh eigentlich so sehr verehrt wird, dann schaue doch einmal bei meinem Blogartikel über die heilige Kuh in Indien vorbei.

Andere größere Tiere, wie Elefanten stellen (zumindest in Neu-Delhi) eine Seltenheit dar.
In anderen Bundesstaaten, wie zum Beispiel Rajasthan, wirst du allerdings häufig Kamele entdecken.

Kamel in Rajasthan
Kamel vor bunten Zelten

Wie chaotisch ist es tatsächlich auf Indiens Straßen?

Ich bin von Anfang an selbst mit dem Auto durch Neu-Delhi gefahren. Zunächst sieht alles nach einem großen Chaos aus. An das ständige Hupen, die herumliegenden Kühe, die Straßenhunde und den ein oder anderen Geisterfahrer musste ich mich erst einmal gewöhnen.

Doch es macht auch wirklich viel Spaß. Denn trotz des unübersichtlichen Durcheinanders funktioniert alles sehr gut. Jeder findet eine Lücke und hält damit den Verkehr am Laufen. Zudem läuft alles etwas langsamer ab. In der Stadt sind meist 50 bis 60 km/h erlaubt, die aufgrund des dichten Verkehrs ohnehin oft nicht erreicht werden. Auch das Fahren auf den Highways ist mit einer maximalen Geschwindigkeit von 100 km/h durchaus entspannt.

Innerhalb der Städte sorgen außerdem Polizei-Checkpoints für Ordnung auf den Straßen. Sie stellen vor allem nachts Barrikaden auf und verteilen bei überhöhter Geschwindigkeit eine saftige Geldstrafe („Challan“).

Der Straßenverkehr in Indien und das ewige Gehupe

In Deutschland wird nur gehupt, wenn es unbedingt notwendig ist. Das ist hier in Indien ganz anders.

Das Hupen ist eines der typischsten Geräusche und wird generell zur Kommunikation auf der Straße genutzt. Es dient als Warnsignal vor einem Überholvorgang oder auch als Aufforderung Platz zu machen.

Wie sicher ist es nachts im indischen Straßenverkehr?

Für Neu-Delhi kann ich sagen, dass es auf den Straßen nachts genauso ist, wie in jeder anderen Großstadt der Welt. Ein bisschen aufpassen musst du immer.

Was ich hier gut finde: Ab einer bestimmten Uhrzeit werden die Wohnblocks mit verschiebbaren Gittern abgeriegelt. Das bedeutet zwar oft einen kleinen Umweg für uns, wenn wir spät abends nach Hause kommen. Jedoch erhöht dies auch die Sicherheit, da auf diese Weise nicht jeder in die Blocks hineingelassen wird. Die Nachtwächter öffnen nur für Anwohner.

Wie gut sind die Autobahnen in Indien?

Indien hat eines der größten Straßennetzwerke der Welt. Die National Highways umfassen eine Länge von circa 150.000 Kilometern.

Große Highways, wie die von Neu-Delhi nach Agra oder nach Jaipur und Udaipur sind sehr gut ausgebaut. Es gibt viele Tankstellen und saubere Raststätten.

National Highway

Einen Unterschied zu den deutschen Autobahnen stellen allerdings die Kühe dar, die gerne auf dem Mittelstreifen grasen. Außerdem hast du die Möglichkeit an einem der kleinen Stände am Straßenrand anzuhalten, an denen du Sugarcane Juice (ein süßes Getränk aus Zuckerrohr) oder auch Bananen für die Affen kaufen kannst.

Sugarcane Maschine am Straßenrand