Buddhismus in Indien

Man sollte in allen Religionen jene Übereinstimmung erkennen, die in der Tiefe des menschlichen Herzens gründet.
– Dalai Lama –

Auch wenn der Buddhismus in Indien gegründet wurde, gehören heutzutage nur noch 0,8 % der Bevölkerung dieser Glaubensgemeinschaft an.

Weltweit gibt es bis zu 500 Millionen Buddhistinnen und Buddhisten, von denen ein Großteil in Südostasien lebt.

Wie ist der Buddhismus in Indien entstanden?

Der Buddhismus in Indien entwickelte sich im 6. Jahrhundert vor Christus im Norden des Landes. Der Königssohn Siddhartha Gautama fand keine Zufriedenheit in seinem luxuriösen Leben. Er wendete sich davon ab, beschäftigte sich mit den bestehenden religiösen Glaubenssätzen und begann zu meditieren, fasten und beten.

Ihm wurde schnell klar, dass Leben immer auch Leid bedeutet. Kein Reichtum der Welt kann den Menschen vor Krankheiten und Tod schützen. Die endgültige Erlösung fand er, als er sich unter einem Pappelfeigenbaum zum Meditieren niederließ. Es offenbarte sich ihm, dass die Wahrheit stets in der Mitte zu finden ist. Weder Luxus noch Askese machen einen Menschen glücklich. Alles muss in Balance sein.

Daraufhin verbreitete er den Buddhismus in Indien und sprach sich beispielsweise gegen das indische Kastensystem aus. Seine gläubigen Anhänger nannten ihn Buddha – den Erleuchteten. Viele weihten ihr ganzes Leben dem Buddhismus und wurden Mönche. Später gab es auch buddhistische Nonnen.

Buddhistische Mönche
Buddhistische Mönche

Gefördert wurde der Buddhismus unter anderem von Kaiser Ashoka im 3. Jahrhundert vor Christus. Er schickte seine Missionare in die ganze Welt und erbaute Stupas (buddhistische Monumente).

Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Strömungen des Buddhismus, wie der Zen-Buddhismus, von dem du sicherlich schon einmal gehört hast.

Im 9. Jahrhundert wurde der Hinduismus übermächtig und verdrängte den Buddhismus in Indien weitestgehend. Manche Hindus sehen Buddha auch als eine der 10 Hauptinkarnationen des Hindu Gottes Vishnu.

Die Buddhismus Götter

Buddhistinnen und Buddhisten glauben nicht an den einen, über allem stehenden Gott. Vielmehr befolgen sie ein Leben mit spirituellen Richtlinien, um Erlösung zu finden. Aufgrund dessen wird oft auch nicht von einer Buddhismus Religion, sondern von einer Lebensphilosophie oder einem Leitfaden für inneren Frieden und Glück gesprochen.

Es gibt also keinen Gott, aber Personen, zu denen aufgesehen wird. Dabei handelt es sich um die sogenannten Bodhisattvas. Das sind Menschen, die durch den achtfachen Pfad bereits dem ewigen Kreislauf entkommen sind, sich jedoch aus Mitgefühl dazu entschlossen haben, auch anderen bei der Erlösung zu helfen.

Bodhisattvas werden nicht angebetet. Vielmehr erinnern sie die Gläubigen an die Erlösung, die jeder von ihnen erreichen kann. Außerdem geben sie Rat und unterstützen den Prozess der Erleuchtung.

Der wohl bekannteste Bodhisattva ist der Dalai Lama.

Wer ist der Dalai Lama?

Dalai Lama bedeutet übersetzt „Ozean der Weisheit“ und ist der Titel des höchsten Mönchs des Tibetischen Buddhismus.

Der erste Dalai Lama lebte im 16. Jahrhundert. Bis heute gibt es 14, die jeweils eine Reinkarnation des vorherigen sein sollen.

Der heutige Dalai Lama, Tenzin Gyatso, wurde mit 4 Jahren auserkoren und machte den Buddhismus weltberühmt. Er gilt als Botschafter des Friedens. Für seinen Einsatz gegen Gewalt im Tibet-Konflikt erhielt er unter anderem den Friedensnobelpreis im Jahr 1989.

Wiedergeburt im Buddhismus

Auch im Buddhismus wird an Samsara, den Kreislauf des Lebens aus Geburt, Tod und Wiedergeburt geglaubt. Oberstes Ziel ist daraus auszubrechen und das Nirwana – das Ende des Leidens und die unendliche Glückseligkeit – zu erreichen.

Eine entscheidende Rolle spielt im Buddhismus die Eigenverantwortung des Menschen. Er selbst kann dafür sorgen, dem Kreislauf zu entkommen.

Das funktioniert allerdings nicht, wenn er im Laufe seines Lebens durch Gier und Hass zu viel negatives Karma angehäuft hat. Er wird in einer schlechten Rolle wiedergeboren. Eine bessere Wiedergeburt erreichen Buddhistinnen und Buddhisten, indem sie durch Freundlichkeit und Güte positives Karma ansammeln oder auch negatives abbauen.

Erst, wenn kein Karma erzeugt wird und der Mensch somit keine Spuren mehr hinterlässt, erfolgt die Erlösung aus dem Samsara und das Erreichen inneren Friedens.

Der Buddhismus und die vier edlen Wahrheiten

Die vier Wahrheiten sind die zentrale Buddhismus Lehre. Sie verdeutlichen, dass für Buddhistinnen und Buddhisten das Leben aus Leiden besteht – sie zeigen aber auch, dass sich das Leid überwinden lässt.

  1. Leben bedeutet Leiden (Dukha).
  2. Die Ursache des Leidens liegt im Begehren.
  3. Durch Erlöschen der Ursache, wird Leiden beendet.
  4. Es gibt einen Weg zur Beendigung des Leidens.

Wie das Leiden beendet werden kann, lehrt der achtfache Pfad.

Der achtfache Pfad

  1. Rechte Erkenntnis: Befreie dich von deinen Vorurteilen und nimm jeden so, wie er ist.
  2. Rechte Gesinnung: Konzentriere dich auf eine positive Einstellung.
  3. Rechte Rede: Vermeide Lügen und rede Gutes.
  4. Rechtes Handeln: Teile mit deinen Mitmenschen und sei freundlich.
  5. Rechter Lebenswandel: Verdiene deinen Lebensunterhalt so, dass du es mit deinem Gewissen vereinbaren kannst.
  6. Rechtes Streben: Wahre dir eine gute Einstellung und gebe immer dein Bestes.
  7. Rechte Achtsamkeit: Lebe im Hier und Jetzt und lenke dich nicht ab.
  8. Rechte Konzentration: Übe dich in Meditation.

Das Buddhismus Symbol

Es gibt nicht nur DAS eine Buddhismus Symbol. Stattdessen stehen viele Zeichen für diese Religion. Am bedeutendsten ist dabei das Lebensrad.

Buddhistisches Lebensrad
Das buddhistische Lebensrad

Dieses Dharma-Chakra, oder auch Rad des Dharma, besitzt acht Speichen, die den achtfachen Pfad repräsentieren.
Weitere Buddhismus Zeichen sind:

Vielleicht kennst du auch den Bodhi-Baum oder hast schon einmal die Augen des Buddha auf einer Stupa gesehen:

Die Augen des Buddha
Die Augen des Buddha

Die Heilige Schrift des Buddhismus

Zunächst konnten die Gläubigen die Buddhismus Lehren (Dharma) nur mündlich überliefern. Später wurden sie dann in den Heiligen Schriften des Buddhismus – dem Pali-Kanon oder auch Tripitaka – niedergeschrieben.
Die Texte (Sutras) setzen sich aus diesen drei Teilen zusammen:

Welche täglichen Rituale befolgen die Buddhistinnen und Buddhisten?

Gläubige Buddhistinnen und Buddhisten verbinden sich täglich mit Buddha. Dafür müssen sie nicht unbedingt in einen Tempel gehen. Viele haben dafür einen kleinen Altar zuhause errichtet. Dieser besteht meist aus einem Schrein, einem Bild Buddhas und mehreren Statuen.

Für ihr tägliches Rituale zünden die Gläubigen Räucherstäbchen an, sprechen Mantras aus und versinken in der Meditation.

Warum sind Räucherstäbchen im Buddhismus so wichtig?

Die Gläubigen zünden bei jeder buddhistischen Zeremonie Räucherstäbchen an. Durch den Duft sollen Körper und Geist zu einer Einheit werden. Er reinigt die Atmosphäre, vertreibt negative Energien und lassen die Lebensenergie frei fließen.

Räucherstäbchen im Buddhismus

Buddha-Statuen

Bist du schon einmal nach Asien gereist? Wenn ja, dann hast du dort mit Sicherheit auch eine Buddha-Statue gesehen. Selbst in Deutschland stellen sich mittlerweile viele Menschen ein kleineres Exemplar ins Haus oder in den Garten.

Doch was stellen diese Statuen eigentlich dar?

Klar, sie zeigen Buddha, den Gründer des Buddhismus. Was aber besonders ist: Die Haltung der Finger kann bei den Figuren unterschiedlich ausfallen. Diese Mudras, die speziellen Gesten der Hände, drücken gewisse Geisteshaltungen aus und lenken Energien.

Goldene Budda Statue
Goldene Budda Statue

Sind Buddhistinnen und Buddhisten Vegetarier?

Im Buddhismus ist es nicht zwingend verboten, Fleisch zu essen. Allerdings steht dies im Konflikt mit der Regel, dass die Gläubigen nicht töten dürfen, um kein negatives Karma anzuhäufen.

Buddha empfahl deshalb auf Fleisch zu verzichten. Möglich wäre es jedoch, wenn das Tier nicht speziell für einen selbst getötet wurde. Auf diese Weise lässt sich die persönliche Gewaltfreiheit beibehalten.

Wie kann ich zum Buddhismus konvertieren?

Grundlage für eine Konvertierung ist die innere Bekenntnis zum Buddhismus.

Der offizielle Übertritt geschieht, indem die zukünftige Buddhistin oder Buddhist bei einer Zeremonie innerhalb der buddhistischen Gemeinschaft Zuflucht zu den drei Juwelen nimmt:

Die Person rezitiert die Zufluchtsformel und gelobt, nach den fünf Silas, den Tugendregeln des Buddhismus, zu leben:

  1. Kein Lebewesen töten.
  2. Kein Stehlen.
  3. Kein sexuelles Fehlverhalten.
  4. Keine Lügen.
  5. Keine berauschenden Substanzen.

Buddhismus Feste

Die Feiertage im Buddhismus richten sich nach dem Mondkalender. Die genauen Tage variieren dabei je nach buddhistischer Strömung.
Mit einem Großteil der Feste werden Ereignisse aus dem Leben Buddhas gefeiert.

Wann alle Feiertage genau stattfinden, erfährst du hier in meinem Festivalkalender.

Buddhistische Tempel in Delhi

Buddhistinnen und Buddhisten stellen eine religiöse Minderheit in Indien dar. Deshalb gibt es auch nicht allzu viele buddhistische Tempel in Delhi.

Absolut sehenswert ist aber die Vishwa Shanti Stupa, auch Weltfriedenspagode genannt.