10 Gründe, Indien zu lieben

Indien und Kulturschock – zwei Wörter, die du in den Medien häufig zusammen liest.

Und das aus gutem Grund. Ich bin mir sicher, dass die vielen neuen Eindrücke jeden westlichen Touristen regelrecht erschlagen.

Auch mir ging es am Anfang so!

Als ich im Juni 2018 das erste Mal in Delhi landete, schlug mir beim Verlassen des Flughafens zunächst die unglaubliche Hitze ins Gesicht. Ich habe zuvor viele Monate in Thailand gelebt, doch die Temperaturen in Indien sind einfach unvergleichlich.

Die anschließende Autofahrt durch den dichten Verkehr zeigte mir, was in fast jedem Bericht über Indien geschrieben steht: Überall waren Fahrzeuge, Abgase und Dreck.

Mit der Zeit lernte ich aber auch die schönen Seiten von Indien kennen. Meine Gedanken wurden zu einer Mischung aus „Das passiert jetzt gerade nicht wirklich“ und „Oh, wie wunderschön“.

Oft ärgere ich mich darüber, wie negativ Indien dargestellt wird. Natürlich ist hier nicht alles gut. Dennoch hat dieses Land mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick scheint. Komme mit mir auf Entdeckungstour und lerne die Einzigartigkeit Indiens kennen.

Mit den folgenden 10 Punkten zeige ich dir jetzt, warum Indien für mich so besonders wurde.

1. Die Herzlichkeit der Inder

In Indien leben mehr als 1,3 Milliarden Menschen. Deshalb fällt es natürlich schwer, eine allgemeine Aussage über die Einheimischen zu treffen.
Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen kann ich aber sagen, dass die Inder im Allgemeinen freundlich und Fremden gegenüber offen eingestellt sind. 

Höfliche Distanz

Bin ich allein unterwegs, komme ich mit den Inder:innen meist gut ins Gespräch. Begleitet mich jedoch mein Mann, löse ich mich quasi in Luft auf. Ich finde es äußerst merkwürdig, wenn mich die Kellner im Restaurant ignorieren und stattdessen ihn nach meiner Bestellung fragen.

Ich musste erst lernen, dass dieses Verhalten nicht böse, sondern höflich gemeint ist.

Integration leicht gemacht

Die volle Herzlichkeit der Inder erlebe ich in Freundes- und Familienkreisen. Gerade in meiner Anfangszeit in Indien half es mir unheimlich, dass ich derart nett aufgenommen wurde.

Da die Inder wahre Meister im Pflegen ihrer riesigen sozialen Netzwerke sind, dauerte es Monate bis ich zumindest die wichtigsten Menschen kennengelernt hatte.

Hier gilt tatsächlich das Motto: Jeder kennt jeden!

Indien – das Land der Gastfreundschaft

Dass Inder überaus gastfreundlich sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Diesen Ruf haben sie sich auch mehr als verdient. Du wirst hier in kein Haus kommen, ohne einen Tee (indisch: Chay) und etwas zu Essen angeboten zu bekommen. Stets wird versucht, dass du dich so wohl wie möglich fühlst und es dir an nichts fehlt.

2. Abwechslungsreiche Natur und Wildlife

Indiens Natur bedeutet vor allem eines: Vielfalt!

Das Land – mit einer neunmal größeren Fläche als Deutschland  präsentiert dir alles, was du dir vorstellen kannst.

Und auch die indische Tierwelt hat einiges zu bieten. Auf einer Safari in einem der über 100 Nationalparks Indiens kannst du mit ein wenig Glück Tiger, Elefanten, Leoparden & Co. in freier Natur beobachten.
Mal abgesehen von den Pfauen, Affen und Kühen, die dir sogar in Großstädten wie Neu-Delhi über den Weg laufen.

Strand und Meer Agonda Beach Goa Indien
Agonda Beach, Goa

3. Spannende Großstädte in Indien

Da ich inmitten der bayerischen Natur aufwuchs, übten große Städte immer eine starke Faszination auf mich aus.
Klar – jeder findet das toll, was er oder sie nicht haben kann.

Wenn du nach Indien reist, empfehle ich dir auf jeden Fall die Metropolregion Delhi mit seinen bis zu 27 Millionen Einwohnern zu besichtigen.

Es ist beeindruckend, wie diese Masse an Menschen zusammen lebt, arbeitet und ihre Freizeit verbringt. Klar – auf den ersten Blick herrscht das große Chaos. Letztendlich funktioniert aber doch alles.

Mein Indiansmile-Tipp für dich:
Halte stets deine Kamera oder dein Handy bereit. An jeder Straßenecke wartet ein aufregendes Motiv auf dich!

Blick von oben auf Alt-Delhi, Indien
Alt-Delhi von oben

4. Geordnetes Chaos im indischen Straßenverkehr

Die Situation auf den Straßen lässt sich mit einem Satz erklären: Jeder macht das, was er will.

Aber halt! So einfach ist es nicht.

Es handelt sich vielmehr um ein Anpassen der gängigen Regeln. Warum sollten auf 3 Fahrspuren nur 3 Autos fahren, wenn zusätzlich noch eine Rickshaw, ein Lasten-Fahrrad und unzählige Roller Platz haben?

Hauptsache es geht voran!

Durch meine Reisen nach Bangkok überrascht es mich nicht sonderlich, wenn 6 Personen auf einem Roller an mir vorbeifahren. Es bringt mich aber jeden Tag aufs Neue zum Staunen, was hier auf den Straßen unterwegs ist:

Fahrräder, beladen mit meterhohen Eierkartons, überladene Tuk Tuks (in Indien heißen sie übrigens Auto Rickshaws) oder eben auch die berühmt-berüchtigten Kühe.

Mehr über die verrücktesten Fahrzeuge erfährst du hier in meinem Artikel über die Abenteuer im indischen Straßenverkehr.

Wartende Fahrzeuge an Straßenkreuzung in Neu-Delhi Indien
Straßenverkehr in Neu-Delhi

5. Kulturelle Bauwerke

Die Kultur Indiens ist außergewöhnlich. Ihre Anfänge können viele tausend Jahre zurückverfolgt werden. Mit der Zeit entwickelte sich daraus eine einzigartige Vielfalt aus Sprachen, Tänzen, Religionen, Musik, Kunst, Philosophie und Architektur.

Der Taj Mahal – eines der 7 neuen Weltwunder

Alte Ruinen, Forts und Tempel gibt es in Indien in Hülle und Fülle.
Mein bisheriges Highlight war aber mit Abstand das UNESCO-Weltkulturerbe Taj Mahal in Agra. Bereits bei meinem ersten Besuch in Indien im Juni 2018 durfte ich es besichtigen.

Im vernebelten Morgengrauen vor diesem prachtvollen Gebäude aus weißem Marmor zu stehen, war ein unvergesslicher Moment.

Es war zwar Hochsommer und mit dauerhaft über 40 Grad Celsius mit Sicherheit nicht die beste Reisezeit. Aber es hat sich gelohnt!

Mein Indiansmile-Tipp für dich (und längst kein Geheimtipp mehr):
Besuche den Taj Mahal am Morgen, sobald sich seine Tore öffnen. Auf diese Weise entkommst du den Touristenmassen und kannst in Ruhe die besten Fotos schießen.

Taj Mahal, Agra

6. Religionen im Einklang miteinander

In Indien gibt es nicht nur eine Religion. Wie könnte es auch anders sein für solch ein großes Land!

Der Hinduismus ist mit einem Anteil von mehr als 80 % am weitesten in der Bevölkerung Indiens verbreitet. Nach dem Islam mit 13 % bildet das Christentum mit circa 2 % die drittgrößte Glaubensgemeinschaft.

Weitere größere Religionen sind der SikhismusBuddhismus sowie der Jainismus.

Am meisten fasziniert mich das (meist) friedliche Zusammenleben der Konfessionsanhänger verschiedener Religionen. Andersartigkeit wird respektiert und manche Feiertage gemeinsam zelebriert.

Die Religionen kommen sich auch örtlich gesehen äußert nahe. In Neu-Delhi befindet sich der Gurudwara Bangla Sahib – der größte Sikh-Tempel der Stadt – direkt gegenüber der katholischen Kirche Sacred Heart Cathedral.

Erfahre mehr über die Traditionen und Feiertagen der jeweiligen Glaubensgruppen in meinen Blogbeiträgen zu Religionen in Indien.

7. Indischer Sprachenreichtum

Kannst du Hindu? Redest du indisch?
Diese Fragen bekomme ich häufig gestellt und sie bringen mich jedes Mal zum Schmunzeln. Schließlich handelt es sich bei „Hindu“ um eine Religion. Und „indisch“ ist erst recht keine Sprache.

Welche Sprache die Inder sprechen, ist aber tatsächlich schwer zu beantworten. Landesweit sind mehr als 100 bekannt – hinzukommen noch unzählige Dialekte.

Die offiziellen Amtssprachen in Indien sind Hindi und Englisch. Zusätzlich gibt es über 20 regionale Amtssprachen.

Viele Inder kommunizieren in einem bunten Durcheinander aus Hindi und Englisch – auch „Hinglish“ genannt.
Das war für mich von großem Vorteil. Als ich noch kein Hindi sprechen konnte, erahnte ich so zumindest den ungefähren Inhalt eines Gesprächs.

Gut für dich: Auf einer Indien Reise wirst du dich mit vielen Einheimischen, vor allem der jüngeren Generation, problemlos auf Englisch unterhalten können.

Mein Indiansmile-Tipp für dich:
Lerne mit meinem Hindi für Anfänger ein paar Vokabeln, um am Anfang das Eis zu brechen.

Schrift in Hindi auf einem Schild im Park
Hindi – eine der Amtssprachen Indiens

8. Indische Hochzeiten

Ich liebe indische Hochzeiten!

Das liegt nicht nur daran, dass meine eigene in Indien stattgefunden hat. Mich begeistert die pure Lebensfreude, die die Menschen bei diesen Veranstaltungen versprühen.

Ich kenne keinen, der sagt: Indische Hochzeit? Och nö, lass mal, keine Lust.

Und das zu Recht!

Natürlich ist jede Hochzeit anders. Wir durften auch ein paar Feste besuchen, bei denen die Stimmung nicht gerade überkochte. Doch das ist wirklich selten. Meist herrscht das genaue Gegenteil:

Ausgelassenes Feiern bis in die frühen Morgenstunden, farbenfrohe Zeremonien, opulenter Blumenschmuck, lachende Menschen, laute Musik und natürlich viiiel zu Essen.

Buntes Hochzeitszelt an einer Hochzeit in Indien
Indische Hochzeit

9. Kulinarische Spezialitäten in Indien

Ich persönlich bin nicht der größte Fan der indischen Küche. Ich liebe zwar Naan (Indisches Fladenbrot), bin aber jeder Chili mehr als abgeneigt. Was die Inder als „nicht scharf“ beziehungsweise „flavoured“ (also mit Geschmack) bezeichnen, setzt mich für 2 Wochen außer Gefecht.

Absolut beeindruckend finde ich aber, wie sehr die Kulinarik in der Kultur verankert ist. Selbst im alltäglichen Leben nimmt sie einen hohen Stellenwert ein. Viele Inder besitzen die Fähigkeit, sich stundenlang und äußerst angeregt nur über Essen zu unterhalten.

Es ist erneut die Vielfalt, die indische Speisen besonders macht. Mithilfe unterschiedlicher Gewürze wird zum Beispiel Gemüse so zubereitet, dass es sogar den Kindern schmeckt.

Endlose Hochzeits-Buffets

Das Essen auf einer Hochzeit in Indien ist etwas Besonderes. Die Familien des Hochzeitspaares scheuen keine Kosten und Mühen, um ihre Gäste mit einem schier endlosen Buffet zu verzaubern. Hungrig von einer Hochzeit nach Hause fahren? Das gibt es hier nicht.

Ein Paradies für Vegetarier

Verzichtest du auf tierische Produkte? Dann bist du hier nicht allein. Circa 40 % der indischen Bevölkerung sind Vegetarier.

Mein Indiansmile-Tipp für dich:
Orientiere dich im Restaurant an den grünen Punkten in der Speisekarte. Sie markieren die vegetarischen Gerichte.

10. Es wird nie langweilig!

Eines ist in Indien sicher: Es kommt keine Langeweile auf!

Gehe ich nur schnell zum Einkaufen um die Ecke, sehe ich mit hoher Wahrscheinlichkeit außergewöhnliche Dinge:

Langeweile in Indien? Keine Spur!

Alles ein wenig verrückt? Manchmal schon. 😊

Scooter mit bunten Luftballons
Einzigartiges Fahrzeug in Indien