Diwali

Diwali ist einer der wichtigsten Feiertage im Hinduismusund für die meisten Inder im Allgemeinen.

Der Name „Diwali“ leitet sich von Dipavali ab, was so viel wie „Anordnung von Lichtern“ bedeutet. Dieser Feiertag wird oft auch als indisches Lichterfest bezeichnet und deshalb von vielen Menschen mit dem deutschen Weihnachten verglichen. Zwar gibt es Ähnlichkeiten bezüglich der Dekoration, der Hintergrund der Feierlichkeiten ist aber natürlich ein ganz anderer.

Wann ist Diwali?

Diwali beginnt am 15. Tag des Hindu Monats Kartik. Dies liegt meist zwischen Ende Oktober und Mitte November des gregorianischen Kalenders.

Im Jahr 2020 feiern die Inder:innen Diwali am 14. November, in 2021 am 4. November.

Was feiern die Menschen an Diwali?

Je nach Religionszugehörigkeit und Region, in der die Inder leben, feiern sie Diwali unterschiedlich. Es bestehen dabei verschiedene mythologische Hintergründe:

Lord Ram

An Dussehra feiern die Gläubigen den Sieg des Hindu Gottes Ram über der Dämonenkönig Ravan gefeiert. Die Rückkehr Rams in seine Heimatstadt Ayodhya, zusammen mit seiner Frau Sita, wird 20 Tage später an Diwali gefeiert.

Um ihnen den Weg durch die Dunkelheit zu leiten, soll ihr Weg von Millionen Lampen und Lichtern geschmückt gewesen sein.

Göttin Lakshmi

An Diwali feiern viele Inder, besonders im Bundesstaat Gujarat, Lakshmi Puja.

Lakshmi ist die Hindu Göttin für Wohlstand und Glück und soll die Menschen mit eben diesen Attributen beschenken. Außerdem besagen manche Quellen, dass an diesem Feiertag die Hochzeit mit ihrem Mann Vishnu zelebriert wird.

Gläubige verehren Lakshmi immer zusammen mit Ganesha. Der Gott mit dem Elefantenkopf ist eigentlich der Sohn von Göttin Parvati, wurde jedoch von Lakshmi adoptiert. Da Ganesha der Gott der Anfänge und unter anderem Patron der Intellektuellen ist, muss er zuerst angebetet werden. Dadurch sollen die Glaubensanhänger:innen die Fähigkeit erlagen, den Reichtum handhaben zu können, um den sie Lakshmi bitten.

Ganesha Dekoration im Hauseinang

Lord Krishna

Eine andere Geschichte konzentriert sich auf Lord Krishna, die achte Inkarnation des Hindu Gottes Vishnu. Er wird an Diwali verehrt, weil er den Dämonen Narakasura getötet und somit die Welt von Angst befreit haben soll.

Dieses Ereignis feiern vor allem die Einwohner Südindiens.

Göttin Kali

In Osten des Landes feiern die Inder an Diwali Kali Puja – die Verehrung der Göttin Kali, die erste Inkarnation der Hindu Göttin Durga.

An diesem Feiertag bitten die Gläubigen Göttin Kali um Hilfe bei der Zerstörung des Bösen und beten für Gesundheit, Wohlstand und Glück.

Lord Vishnu

Im Westen Indiens wird Bali Padyami gefeiert. Die Legende besagt, dass Lord Vishnu, in Form seiner fünften Inkarnation Vamana, den Dämonenkönig Bali besiegt und in die Unterwelt gedrängt haben soll.

Dabei erteilte ihm Vishnu aber den Segen, einmal im Jahr (an Bali Padyami) für einen Tag auf die Erde zurückzukehren und sein Königreich zu besuchen.

Lord Mahavira

Doch nicht nur Hindus feiern Diwali. Für Anhänger des Jainismus markiert dieser Tag den Tod Lord Mahaviras, dem Begründer dieser Religion, und seinen Eintritt in das Nirwana.

Guru Hargobind

Die Anhänger des Sikhismus feiern Bandi Chhor Divas („Tag der Befreiung“) an Diwali. Dabei gedenken sie der Entlassung des sechsten Gurus, Guru Hargobind, der zuvor 15 Jahre in Haft gewesen war.

Rituale an Diwali

Natürlich gibt es unendlich viele Bräuche und Traditionen an Diwali. Zwei der bekanntesten sind aber wohl das Anzünden der Lichter und die Dekoration der Häuser.

Lampen und Lichter

An Diwali wird der Sieg des Guten über das Böse gefeiert, aber auch des Lichts über die Dunkelheit. Überall in Indien zünden die Inder kleine Öllampen (Diyas) an und schmücken ihre Häuser mit Lichterketten.

Zusätzlich werden abends Feuerwerkskörper entzündet. Diese werden jedoch in Neu-Delhi aufgrund der Luftverschmutzung immer mehr von der Regierung verboten.

Rangoli

Nach einer Legende heißt es, dass Lakshmi nur in saubere und schön geschmückte Häuser kommt, um den Bewohnern Wohlstand zu bringen. Aufgrund dessen dekorieren die Inder ihre Hauseingänge mit bunten Rangolis.

Buntes Rangolipulver

Diese Bilder aus farbigem Reispulver, Mehl, Sand oder Blütenblättern sollen Lakshmi willkommen heißen. Teilweise wird auch ein Bild der kleinen Füßchen der Göttin vor die Eingangstür geklebt.

Die 5 Tage rund um Diwali

Das Diwali Festival streckt sich in den meisten Teilen Indiens über 5 Tage, mit dem dritten Tag als Haupt-Feiertag.

1. Dhanteras

Am ersten Tag der Feierlichkeiten zelebrieren die Menschen die Geburt von Gott Dhanvantri, einem Avatar von Lord Vishnu. Es soll ein besonders guter Tag für große Investitionen, wie zum Beispiel neue Fahrzeuge oder Schmuck, sein.

2. Naraka Chaturdashi

Der zweite Tag wird als Naraka Chaturdasi, Kali Chaudas oder auch Chhoti Diwali („Kleines Diwali“) bezeichnet. Heute soll Lord Krishna den Dämon Narakasura getötet haben.

Manche Gläubige reiben sich morgens mit Öl ein und nehmen anschließend ein warmes Bad. Diese Zeremonie heißt Abhyanga Snan und dient unter anderem der Reinigung des Körpers, der Anregung von Nervenzellen und Entspannung der Muskulatur.

3. Lakshmi Puja und Diwali

Heute ist der wichtigste Tag und ist unter anderem der Göttin Lakshmi gewidmet. Die Verwandtschaft kommt zusammen und tauscht Geschenke aus. Viele Menschen besuchen ihre Büros oder Geschäfte, um dort Lichter anzuzünden und ein Gebet zu sprechen.

Abgesehen von den Aufhängen von Lampen und Lichterketten hat Diwali eine weitere Gemeinsamkeit mit Weihnachten: Es werden viele Süßigkeiten gegessen.

4. Govardhan Puja / Annakut Puja

Am Tag nach Diwali ist aber noch lange nicht alles vorbei. Manche Inder feiern Govardhan Puja, auch Annakut Puja genannt. Dabei gedenken sie Lord Krishna, der den Govardhan Hügel angehoben haben soll, um den Bewohnern des Dorfes Vrindavan Schutz vor Regen zu gewähren.

In Maharashtra feiern die Einwohner heute Bali Padyami.

5. Bhai Dooj

An Bhai Dooj stärken die Geschwister ihre Verbindung zueinander. Schwestern beten für ein langes Leben ihrer Brüder, welche im Gegensatz versichern, sie immer zu beschützen.